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Concorso D’Eleganza am Comer See 2008 - Der Traum jedes Autoliebhabers
02.05.2008 von Christian Ludwig

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Letztes Wochenende fand in dem ehrwürdigen Grandhotel Villa D’Este am Comer See mal wieder der großartige Concorso D’Eleganza statt. Das seit 1999 von der BMW-Group patronierte Mega-Event der Klassikerszene hielt wie immer die aufregendsten, schönsten, ungewöhnlichsten und auch teuersten Automobile, die die Welt zu bieten hat, für den Autoenthusiasten bereit. Eine Vielzahl von Teilnehmern aus aller Welt stellten sich der Jury und kämpften um den Sieg in den jeweiligen Kategorien. Wichtig für die Bewertung sind Kriterien wie Zustand, Pflege, Originalität und Seltenheitsgrad, worauf die hochrangige Jury natürlich mit strengem Blick achtet. Wie es den am Concorso teilnehmenden Fahrzeugen gebührt, sind die Juroren ausgewiesene Experten und hochrangige Liebhaber. So zum Beispiel sind schon seit Jahren Größen wie der britische “Goodwood Festival of Speed” Veranstalter Lord March, der Renault Chefdesigner Patrick Le Quement oder die deutsche Motorbuch-Legende Jürgen Lewandowski Mitglieder der Jury und kümmern sich liebevoll um die Bewertung der aus der Vorkriegs-Ära bis in die sechziger Jahre stammenden Fahrzeuge.

Allein die Aura die dieses Event versprüht ist ein Besuch wert. Diese wundevollen Preziosen in den Kulissen den traumhaft gepflegten Parkanlagen der Villa D’Este. Jeder Photograph mit einem Funken Ästhetik knipst an einem Tag seine Speicherkarte voll und bekommt gar nicht von den tollen Motiven. Auch das Zusammentreffen der unterschiedlichsten Menschen ist äußerst spannend. So sieht man dort eleganteste Damen mit Hüten die jeden Ascott-Besucher neidisch machen würden, Superreiche aus aller Welt, Auto-Mäzene á la Giorgio Giugiaro oder Frank Rinderknecht, Mechaniker, Rennfahrerlegenden und einfach Auto-Liebhaber aller Art. Die Stimmung ist so ungezwungen und ohne jegliche VIP-Atitude, dass es durchaus passieren kann, dass sich Jacky Ickx und Andrea Zagato, ganz im Gespräch vertieft, beim Mittagsbufet nebenan hinsetzen und man gespannt erfahren kann mit welchem Auto die beiden Herren bei der nächsten Mille Miglia starten. Selbst gestanden Persönlichkeiten, die schon so einige Preziosen kennen und besessen haben werden beim Anblick dieser Auswahl an schönen Fahrzeugen zu kleinen Kindern, die respektvoll, gar ehrfürchtig um das eine oder andere Exponat schleichen und er vielleicht insgeheim auf ihren Wunschzettel schreiben. Man ist ehrlich gesagt nach einem Tag Villa D’Este sowas von reizüberflutet, als wäre man als Beifahrer von Dirk Bach das 24h-Rennen auf der Nordschleife gefahren….ohne Pause.

Diejenigen, die nicht mit dem Schwelgen in der automobilen Schönheit beschäftigt sind, haben meistens einen anstrengenden Job beim Concorso. So sind zum Beispiel eine Horde an Mechanikern und Autopflegern damit beschäftigt die Klassiker in Schuß zu halten. Ein penibler Amerikaner ließ 2005 alle 2 Stunden das Auto wienern, egal ob es nötig war oder nicht. Ebenso penibel wie zurückhaltend agiert das Personal des Hotels, dass der exklusiven Kundschaft, Mensch oder Maschine, jeden Wunsch erfüllt. So wird auch schnell mal der passende Liter Öl besorgt, falls dieser verbraucht oder vergessen wurde. Auch die vielen Journalisten haben alle Hände voll zu tun der ganzen Szenerie Herr zu werden und einen Beitrag in vernünftiger länger zu kreieren, denn über den Concorso D’Eleganza könnte man Stunden schreiben, filmen oder auch bloggen…

Das Rahmenprogramm dieses Festivals der Automobilkunst ist für jeden Teilnehmer immer wieder spektakulär. So gilt Donnerstag als Anreisetag. Am Freitag dann werden die Autos in der Villa D’Este schon das erste mal begutachtet und gecheckt, ob sie dem Reglement entsprechen. Am Samstag dann, kommt es zu dem ersten großen Showdown: Die Fahrzeuge fahren über die Terrasse am Seeufer der Villa D’Este und präsentieren sich im langsamen Vorbeifahren der Jury, den geladenen Gästen und gesamten Teilnehmern des Concorso’s. Gleich im Anschluss wird der Sieger des „Coppa d’Oro Villa D’Este“ bekannt gegeben. Dieser Preis wird an ein Fahrzeug vergeben, dass per Stimmzettelwahl von den Gästen und Teilnehmern der Veranstaltung gewählt wurde. In diesem Jahr ein wunderschöner Mercedes-Benz 540 K Autobahnkurier Coupé aus dem Jahre 1938.

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Weiter geht es am Abend mit einer Bootsfahrt aller Gäste und Teilnehmer zur nahe gelegenen Villa Erba, um dort ein traumhaftes Gala-Dinner einzunehmen. Zurück geht’s mit dem von der BMW Group gesponserten 7er-Shuttle. Am Sonntag gibt es zwei weitere Groß-Events. Der erste fängt mit dem Hinüberbringen aller Fahrzeuge in die Villa Erba an, um sich dort dem öffentlichen Publikum zu stellen. Zehn Euro muss man bezahlen, und man kann dort alle Autos ebenso wie in der Villa D’Este bewundern. Das Feeling dort ist zwar nicht so intensiv und auch die VIP’s sind dort nicht mehr so richtig anzutreffen, aber das macht im Grunde nichts. Die Autos stehen ja eigentlich im Vordergrund. Nach dem Begutachten des Publikums wird am Nachmittag dort der Sieger der „Trofeo BMW Group Italia“ verkündet, eine Trophäe dessen Sieger diesmal von den öffentlichen Zuschauern per Stimmzettel ermittelt wurde. Ein Delahaye 135 M 2-seater roadster Figoni & Falaschi von 1937 erhielt dieses Jahr den Preis.

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Außerdem war in der Ausstellungshalle der Villa Erba eine Sonderausstellung zum 30. Geburtstag des BMW M1 zusehen. Besonders außergewöhnliches Stück war das von Andy Warhol kreierte M1 Procar.

Am Nachmittag strömt alles wieder zurück in die Villa D’Este, um sich für das größte Ereignis, des Wochenendes zu stylen: der Prämierung des von der Jury ausgewählten „Best of Show“-Fahrzeugs. Dazu versammelt man sich im großzügigen Speisesaal der Grandhotels. Die sogenannte „Verandah“ ist komplett verglast und man kann herrlich in den Garten und auf den See blicken. Nach den üblichen Speisegängen wird es spannend. Die gesamte Glasfassade wird verhangen, bis man nicht mehr nach außen sehen kann. Draußen wird das Siegefahrzeug drapiert, es gibt gibt es eine kleine Ansprache und dann fällt plötzlich der Vorhang und in strahlendem Licht erglänzt der Concorso-Sieger. 2008 hat den Preis ein Sportwagen aus Maranello eingeheimst. Der Ferrari 166 MM Berlinetta Touring von einem Besitzer aus den USA kann sich über die Trophäe freuen.

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Danach wird mit einem riesigen, den See hell erleuchtenden Feuerwerk, gefeiert und man ist froh bei diesem einmaligen Event dabei gewesen zu sein.

Eins noch zum Schluss: Natürlich wurden dieses Jahr auch wieder Fahrzeuge der Kategorie „Concept Cars und Prototypen“ vorgestellt. Der Hauptsponsor BMW brachte zum 30-Jährigen Jubiläum des M1 eine Neuinterpretation des selbigen an den Start dieser Kategorie. Sieger wurde ein von Hermes veredelter Bugatti Veyron.

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(Fotos: www.autointell.de )

Kategorie: Allgemeines

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