Anmelden

carmondo

Die auto(besser)wisser


carmondo News-Blog

RSS-Feed
Deutsche Autobesitzer: Köpfchen statt Herz
08.04.2009 von Christoph Römer

Man stelle sich einen Samstagnachmittag vor, an dem niemand mehr sein Auto wäscht. Oder mit Spezialreinigern die Chromteile wienert. Man stelle sich Autos ohne spezielle Schonbezüge, Zierleisten oder sonstige Liebesbekundungen vor – und das auch noch in Deutschland. Nein, ich male hier keine düstere Zukunftsvision sondern ein realistisches Bild der „hier und jetzt“. Denn die Zeiten, in denen die Deutschen ihr Auto vorbehaltlos liebten und ihm hohen Spritverbrauch oder unnötige Kosten für Schnick und Schnack verziehen, scheinen vorbei zu sein.

Das berichtet die Auto-Presse und bezieht sich dabei auf eine Diagnose des Bremer Hirnforschers Peter Kruse. So scheint das Verhältnis zwischen den Deutschen und ihren Autos immer mehr von Vernunft statt Liebe geprägt zu sein:

Die wachsende Bedeutung von Umweltschutz und sozialer Gerechtigkeit führe zu einem Verlust an Erotik bei den Automobilmarken. Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise lägen Bescheidenheit und Alltagsnutzen im Trend; die Mobilität der Zukunft müsse vor allem stressfrei, vernünftig und ohne schlechtes Gewissen möglich sein.

Ob sich am Ende rächt, dass nur die wenigsten deutschen Autohersteller dieser neuen Vernunft folgen und munter PS unter die Motorhaube stecken?

Kategorie: Autoblogs

5 Kommentare zu “Deutsche Autobesitzer: Köpfchen statt Herz”

  1. Daniel schreibt:

    Naja. Ersetze Vernunft/Köpfchen durch Geiz-ist-geil-Mentalität/absolute Oberflächlichkeit. Das ist das Bild, dass sich mir von der heutigen Gesellschaft abzeichnet.
    Wenn man wirklich nach Vernunft gehen würde, dann würde man vor der Kaufentscheidung erst einmal ein Lastenheft mit allen zu erfüllenden Anforderungen erstellen und mit dem Angebot des Herstellers vergleichen. Und was hört man in echt? “Ach, Auto xy ist ja sooo schön, deswegen ist es vieel besser als alle anderen ”
    Wer der Umweltschutz-Masche glauben schenkt und sich nach dem Kauf eines “grünen” Autos von allen Sünden befreit fühlt, der sollte mal den Begriff Doppelmoral nachschlagen.
    PS: Man bekommt bei den deutschen Herstellern eben nicht nur sehr sparsame Fahrzeuge, sondern ein stimmiges Gesamtpaket. Und danach suche ich sonst bisher nunmal vergebens.

  2. Rene schreibt:

    “Ach, Auto xy ist ja sooo schön, deswegen ist es vieel besser als alle anderen ”

    genau diesen satz hört man oft genug ebenso in bezug auf deutsche hersteller.
    noch öfter hört man aber:
    ” also mir kommt nur ein zzzz ins haus”
    stimmiges gesamtpaket ist ja gut und schön,nur zu welchem preis?
    mal nachgerechnet,was autofahren heute effektiv kostet?

    vielleicht besinnen sich die menschen einfach nur wieder auf das wesentliche beim autofahren zurück - das von a nach b kommen.
    und das zu einem vernünftigen preis.
    dazu brauche ich bestimmt keinen 40.000 euro xxxx, da reicht auch ein 15.000 euro yyyy.

  3. Michael schreibt:

    Wenn das Geld wieder lockerer sitzt, dann wird auch wieder größer/stärker eingekauft, oder mehr Geld für hübsches Design ausgegeben. Davon bin ich überzeugt. Was ich mir aber vorstellen kann, dass in den nächsten Jahren bei den Motoren eine Wende kommt . Der Spritverbrauch wird sinken bzw. mittelfristig alternative Antriebe kommen. Das heißt aber sicher nicht, dass wir dann alle in hässlichen und leistungsschwachen Minicars rumfahren werden.

  4. Daniel schreibt:

    @Rene: da stimme ich dir absolut zu, die beiden ersteren Sätze betreffen Käufer aller möglichen Marken. Nur, mit nem stimmigen Gesamtpaket meine ich jetzt nicht z.b. Audi A4 mit Vollleder, Navi, usw. sondern es sollte einfach keine Rückentwicklung statt finden. Warum z.b. bringt Citroen den Nemo auf den Markt, keine Kopfairbags, kein ESP, trotzdem 14000€? Oder Dacia, Nissan, etc.? Die haben auch jeweils Marken im Hintergrund und ich glaube deswegen wird sowas gekauft. Dann doch lieber nen modernen Kleinwagen zum gleichen Preis…

    Und naja, das Argument, dass nur die wenigsten deutschen Automarken der “Vernunft” folgen ist einfach Quatsch. Hier hat man schon immer die Wahl zwischen klein/günstig und stark/luxuriös gehabt. In den Medien hört man immer nur von letzteren und dafür gibts regelmäßig Haue. Der große böse deutsche Autobauer halt.

  5. Rene schreibt:

    @Daniel
    das problem der deutschen autobauer ist vielleicht ein imageträchtiges.
    kaum jemand bemerkt die kategorie klein/günstig beim deutschen autobauer,weil die auch meiner meinung nach zu wenig beworben wird.hier haben andere hersteller ganz klar eher ihre chance erkannt und genutzt.

Kommentieren